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16.01.18 - 15:30 Uhr

Neuer Betriebskostenspiegel für Sachsen

2,16 Euro pro Quadratmeter und Monat im Durchschnitt

Mieter müssen in Sachsen im Durchschnitt 2,16 €/m²/Monat für Betriebskosten bezahlen. Rechnet man alle denkbaren Betriebskostenarten mit den jeweiligen Einzelbeträgen zusammen, kann die sogenannte zweite Miete bis zu 2,43 €/m²/Monat betragen. Für eine 80 m² große Wohnung ergeben sich somit durchschnittliche Betriebskosten in Höhe von 2.332,80 €. Das sind Ergebnisse des aktuellen Betriebskostenspiegels für Sachsen, den der Deutsche Mieterbund in Zusammenarbeit mit den sächsischen Mietervereinen nach Auswertung der Abrechnungsdaten 2015 von etwa 1,5 Millionen Quadratmetern Mietwohnfläche veröffentlichte.

Besonders bei den Betriebskostenpositionen Grundsteuer, Wasser/Abwasser und Müllbeseitigung ergeben sich regional bzw. lokal teilweise erhebliche Preisunterschiede bei Ver- und Entsorgern.

Das gilt auch für Heizkosten und Warmwasser. Im Vergleich zur Darstellung in früheren Betriebskostenspiegeln gibt es in diesem Jahr für diese Kostenpositionen eine wesentliche Änderung: Erstmals werden Heiz- und Warmwasserkosten in einer Summe ausgewiesen. Außerdem wird eine Spanne „von … bis“ angegeben, in der sich die Warmwasser- und Heizkosten bewegt haben. Ihre Höhe wird vor allem durch klimatische Einflüsse, den energetischen Zustand der Wohnung, das Verbrauchsverhalten aber auch durch starke Preisunterschiede sowohl zwischen Heizöl, Gas und Fernwärme, als auch zwischen den einzelnen Gas- und Fernwärmeversorgern bestimmt. Gegenüber dem Vorjahr ist ein deutlicher Rückgang bei den durchschnittlichen „warmen Betriebskosten“ festzustellen. Er ist vor allem auf die sinkenden Energiepreise zurückzuführen. So sank der Preis für Heizöl um knapp 23,1 %. Fernwärme wurde um 5,6 % und Gas um 1,5 % preiswerter.

Eine gute Nachricht für Mieter: Die Betriebskostenabrechnungen für das Jahr 2016 dürften aus Mietersicht keine „bösen Überraschungen“ enthalten. Während bei den „kalten Betriebskosten“ keine nennenswerten Preissteigerungen aufgetreten sind, sind die Ölpreise weiter gesunken und die Preise für Fernwärme und Gas liegen deutlich niedriger als noch 2015.

„Ziel des Betriebskostenspiegels ist es, Transparenz und Vergleichbarkeit sowohl für Wohnungssuchende als auch für die sächsischen Haushalte herzustellen, die jährlich Betriebskostenabrechnungen erhalten“, so die Vorsitzende des DMB Landesverbandes Sachsen, Anke Matejka. Gleichzeitig soll der Betriebskostenspiegel Anhaltspunkte für eine Überprüfung der Abrechnung nach Wirtschaftlichkeitsgesichtspunkten liefern und Vermietern Hinweise geben, wo Einsparmöglichkeiten existieren und Maßnahmen eingeleitet werden sollten, um überhöhte Betriebskosten zu reduzieren.

Die Mietrechtsexpertin macht darauf aufmerksam, dass mit Hilfe des Betriebskostenspiegels keine verbindlichen Überprüfungen der Abrechnungen oder der einzelnen Kostenhöhen durchgeführt werden können. Abweichungen von den Durchschnittswerten des Betriebskostenspiegels sollten aber für Mieter Anlass sein, einzelne Kostenpositionen genauer im Rahmen einer Belegeinsicht zu überprüfen. Das gilt insbesondere dann, wenn die Abrechnung Werte ausweist, die deutlich über den Daten des Betriebskostenspiegels liegen.

Der Betriebskostenspiegel für Sachsen kann über die Internetseite des DMB- Landesverbandes Sachsens (www.mieterbund-sachsen.de) unter der Rubrik Infos eingesehen und heruntergeladen werden.